Wissenschaft

Langzeitpflege-Einrichtungen haben mit diversen Hautproblemen zu kämpfen

Eine Gruppe von Forschenden im pflegewissenschaftlichen Bereich hat in einer aktuellen sogenannten Prävalenzstudie in stationären Berliner Pflegeinrichtungen für die stationäre Langzeitpflege herausgefunden, dass viele BewohnerInnen dieser Einrichtungen von mindestens zwei schwerwiegenden Hauterkrankungen betroffen sind.
17 stationäre Einrichtungen mit insgesamt 314 älteren Menschen wurden demnach begutachtet. Das durchschnittlicher Alter der BewohnerInnen war demnach 85,4 Jahre. Die ProbandInnen der Analyse waren auch nicht jünger als 65 Jahre:

Fast alle älteren Menschen litten an trockener Haut (Xerosis cutis), die sich dadurch kennzeichnet, dass ihr Lipide und hydrophile Substanzen nach Quantität und/oder Qualität fehlen. 95,9 Prozent der BewohnerInnen hatten diesen trockenen Zustand der Haut.
Weitere 35 Prozent hatten entzündliche Hauterkrankungen durch anhaltende mechanische Reize der Haut, die auch als Dermatitis intertriginosa bezeichnet werden. Der deutsche Ausdruck ist Hautwolf oder irritative Kontaktdermatitis.
Am dritthäufigsten trat der Analyse zufolge eine Inkontinenz-assoziierte Dermatitis (IAD) auf, die bei älteren Menschen als Entzündung am Gesäß oder Intimbereich auftritt. Nach wiederholtem oder länger andauerndem Kontakt mit Urin oder sogar Stuhl treten Rötungen, Juckreiz oder Wunden (Läsionen) auf.
21 Prozent der Berliner BewohnerInnen waren davon betroffen wie weitere 15 Prozent von traumatischen Wunden, sogenannten Skin Tears. Das sind Einrisse fragiler Hautschichten, die keine Bagatellwunden darstellen, sondern ein ernstzunehmendes Problem, wie der Dekubitus, der auf Platz fünf mit acht Prozent folgt.
Das Druckgeschwür der Haut entsteht durch Kombination aus Druck und Scherkräften, infolge zu langer Liege- oder Sitzzeiten. Wundliegen ist auch ein häufiges Hautproblem, das die Haut massiv schädigen kann. Bei den Dekubitalulzera handelt es sich um chronische Wunden, die auch tödliche Folgeerkrankungen nach sich ziehen können.

Allgemeines Fazit: Die unterschiedlichen Hautprobleme haben mehrere Ursachen, darunter Immobilität der PatientInnen. Der Grad der Pflegebedürftigkeit ist ein weiteres Kriterium für den schlechten Zustand der Haut sowie der Wahrnehmungs- und Denkprozess der älteren Menschen, der unter den Oberbegriff Kognition fällt. Die Hautkrankheiten haben untereinander keine Abhängigkeiten, das zeigt die Analyse auch deutlich.

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