Kostenträger

Chronische Wunden: Die Herausforderungen nehmen zu

In Deutschland gibt es schätzungsweise annähernd 2,7 Millionen Menschen, die an nicht heilenden Wunden bis hin zur Chronifizierung leiden. Tritt eine Wundheilungsstörung ein, handelt es sich immer um eine pathologische Veränderung des Organismus.
Eine Wunde wird demnach aber erst als chronisch klassifiziert, wenn die Abheilung über acht Wochen ausbleibt. Die Definition sollte aber laut Expertenmeinung schon dann greifen, wenn im absoluten Anfangsstadium klar ist, dass die Wunde ohne spezifische Behandlung nicht abheilt.
Die medizinischen Bereiche (Chirurgie, Orthopädie, Dermatologie, Innere Medizin und vor allem Diabetologie) für chronische Wunden sind weit gefächert und zudem komplex und umfangreich. In der Gefäßchirurgie steigen die Chancen für die Optimierung einer Wundbehandlung weiter, wenn alle Akteure des Therapieprozesses eng zusammenarbeiten müssen, um Erfolg zu haben. Außerdem müssen PatientInnen am gleichen Strang ziehen, um die Adhärenz in der Wundversorgung weiter zu verbessern. Eine interprofessionelle Zusammenarbeit von spezialisiertem medizinischem Personal und Pflegekräften senkt das Risiko für Amputationsraten erheblich. Deshalb sollte es bei sogenannten Problemwunden aus der Sicht aller am Behandlungsprozess Beteiligter auch differenzierte Therapien geben.
2,7 Millionen Menschen, die hauptsächlich am Ulcus cruris, Diabetischen Fußsyndrom, an der arteriellen Verschlusskrankheit und am Dekubitus leiden, verbrauchen pro Jahr Schätzungen zufolge vier Milliarden Euro für die Behandlungspflege, Verbandmaterial sowie Heil- und Hilfsmittel. Zehn Prozent dieser RisikopatientInnen produzieren so hohe Kosten für Wundauflagen, dass sie die Hälfte aller Gesamtkosten verschlingen. Deshalb fordern Fachleute Versorgungsstrukturen, wie zertifizierte Wundzenten, die sich medizinisch und ökonomisch wirkungsvoll um PatientInnen mit chronischen Wunden, komplexer und umfangreicher Art, beschäftigen können.
Die Zahl der chronisch Erkrankten wird in den nächsten Jahren weiter steigen, denn Krankheiten wie arterielle Verschlusskrankheit und Diabetes mellitus sowie Immobilität werden durch die immer älter werdende Gesellschaft (demografischer Wandel) zunehmen.

Vorherige Meldung

„HeldYn“-Vermittlungsplattform: Kranke und Angehörige werden qualitativ hochwertig versorgt

Nächste Meldung

Wund-Expertise: Spezialisierte Versorgung kombiniert mit zeitgemäßer Digitalisierung

Wundversorgung heute

Wundversorgung heute

Herzlich willkommen bei "Wundversorgung heute". Dieses kostenlose und freie Portal steht für Informationen rund um das Thema Wundversorgung. In den drei Rubriken "Produkte", "Kostenträger" und "Wissenschaft" stellen wir Ihnen jeweils die aktuellsten Neuigkeiten vor. Um diesen Informationsservice dauerhaft zu genießen, empfehlen wir Ihnen unseren kostenlosen und jederzeit kündbaren Newsletter. So werden Sie monatlich auf den neuesten Stand im Bereich der Wundversorgung gebracht.