Wissenschaft

Nagelkorrekturspangen können Diabetiker vor Amputationen bewahren

Erkranken DiabetikerInnen an einem Diabetischen FußSyndrom (DFS) kann dies schwere Komplikationen wie Infektionen bis hin zu Amputationen von Gliedmaßen nach sich ziehen. Schon ein eingewachsener Zehennagel birgt ein Risiko für eine derartige letzte Behandlungsoption.
Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollen Diabetologen und Podologen eng interdisziplinär zusammenarbeiten sowie Wundmanagement und podologische Behandlung nicht getrennt sehen. Ein DFS ist derart komplex, dass ein einfaches interdisziplinäres Behandlungskonzept professionell und präventiv greifen kann.
Nagelkorrekturspangen, vom Podologen individuell angepasst, können helfen, Wundheilungsstörungen zu vermeiden, Entzündungsprozesse einzudämmen und den Nagel wieder in die richtige Form zu bekommen, wenn Risikofaktoren wie die Genetik, falsches Schuhwerk und Schneidetechnik sowie Fehlstellungen zum Einwachsen von Nägeln führen.
Der Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat auf Forderung der AG Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) reagiert und die Verordnungsfähigkeit solcher Spangen geprüft: Demnach sind Nagelkorrekturspangen Hilfsmittel und verordnungsfähig, das heißt, für betroffene Diabetiker mit eingewachsenen Nägeln Kassenleistung. Es sind konservative sanfte Therapien, die Hochrisiko-PatientInnen vor Amputationen bewahren. Nagelkorrekturspangen gehören daher seit Neuestem in den erweiterten Bereich der medizinischen Fußpflege aus dem Jahr 2020 und werden von den Krankenkassen bezahlt, wenn konservative Behandlungsmethoden wie diese helfen. Auch sind manche Betroffene finanziell mit der Eigenleistung überfordert. Amputationen wie diese sind demnach das letzte Mittel der Wahl und lassen sich abwenden, wenn alle Akteure in der Nageltherapie des DFS an einem Strang ziehen. Die DDG als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft begrüßt auch die Entscheidung des G-BA.

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