Produkte

Die richtige Wundversorgung nach der korrekten Diagnose

Dr. Cornelia Ikker-Spiecker, eine niedergelassene Landärztin in Bondorf und Expertin in der Versorgung von schlecht heilenden Wunden, gibt Tipps zur richtigen Vorgehensweise der Wundversorgung. Dabei ist die ausreichende Versorgung der Wunde mit Nährstoffen und Sauerstoff besonders wichtig, um den Heilungsporozess in Gang zu setzen. Auch muss bevor man therapeutisch behandelt, zuerst die genaue Diagnostik der chronischen Wunde erfolgen, um eine gut funktionierende Vaskularisierung zu erreichen. Um die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) auszuschliessen, bedient man sich der Methode des Palpierens der peripheren Gefäße. Lassen sich die Pulse an bestimmten Stellen des Außenknöchels nicht ertasten, folgt eine Doppler-Untersuchung. Hierbei wird der Knöchel-Arm-Index bestimmt. Liegt dieser unter einem Wert von 0,9 ist die Blutzufuhr gestört, in Fällen unter 0,5 droht Ulcus beziehungsweise Nekrosegefahr. Dann folgt eine Untersuchung des Kapillarnetzes. Das Interstitium ist dabei ausschlaggebend, denn wenn sich dort viel Flüssigkeit befindet, bedeutet dies eine schlechtere Ver- und Entsorgung für die Zellen. Hier wird geschaut, ob ein Ödem vorliegt und wenn, welches, um Maßnahmen einzuleiten. Die eigentliche Wundversorgung folgt nun auf diese diagnostischen Methoden. Die Therapie besteht zunächst in der Dokumentation der Wunde mit Hilfe von immer gleich gewählten Fotos, das heißt Perspektive und Größenorientierung mit Hilfe eines Maßbandes müssen gleich sein, um den Fortschritt der Wundheilung zu dokumentieren. Dabei sind Lage sowie Länge, Breite und Tiefe der Wunde wichtig, aber auch Menge und Eigenschaft des Exsudats und andere lokale und systemische Infektionszeichen wie Rötung, Wärme, Fieber und vieles mehr. Es stehen sehr viele verschiedene Wundauflagen je nach Wundentyp zur Verfügung. Hier muss in Bezug auf die richtige Wundtherapie ein entsprechender Verband gewählt werden. Aber zuerst trägt man die Nekrosen ab, versorgt eventuell die intakte Haut drumherum und hält das Wundmilieu ausreichend feucht. Silberverbände bleiben laut Frau Dr. Ikker-Spiecker nur Wunden vorbehalten, die mit Bakterien infiziert sind; hier empfiehlt sie dann einen Wundabstrich zum Anlegen einer Bakterienkultur, um zu schauen, ob die Wunde wirklich infiziert ist. Ist der Patient nach dem Anlegen des Verbandes von Schmerzen gepeinigt, muss zwingend in jedem Fall der Verband von der Wunde genommen werden. Eine chronische Wunde, also eine Wunde die länger als acht Wochen ohne Heilungserfolg besteht, muss sich auch mit vorgenannten diagnostischen und therapeutischen Methoden nicht immer schliessen, dann muss eine Verschlimmerung oder gar Amputation der betroffenen Extremität verhindert werden. Dies geschieht dann durch Minimierung des Infektionsrisikos, dem Schutz des neuen und intakten Gewebes und in der Verminderung von Schmerz, Geruch und Exsudation. Die Landärztin aus Bondorf empfiehlt zu diesem Zweck Kohlekompressen, die Geruch und Flüssigkeit binden.

Vorherige Meldung

Das richtige Wundmanagement nach Dr. Fuchs und Team

Nächste Meldung

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz soll die Personalnot reduzieren

Wundversorgung heute

Wundversorgung heute

Herzlich willkommen bei "Wundversorgung heute". Dieses kostenlose und freie Portal steht für Informationen rund um das Thema Wundversorgung. In den drei Rubriken "Produkte", "Kostenträger" und "Wissenschaft" stellen wir Ihnen jeweils die aktuellsten Neuigkeiten vor. Um diesen Informationsservice dauerhaft zu genießen, empfehlen wir Ihnen unseren kostenlosen und jederzeit kündbaren Newsletter. So werden Sie monatlich auf den neuesten Stand im Bereich der Wundversorgung gebracht.