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75.000 Patienten leiden unter ambulanter Versorgungslücke

Brauchen Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend Hilfe im grundpflegerischen oder hauswirtschaftlichen Bereich, werden diese Leistungen nach der bisherigen Gesetzeslage weder von den Kranken- noch von den Pflegekassen übernommen. Rund 75.000 Patienten leiden laut einer noch unveröffentlichten Studie, die im ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ vorgestellt wurde, unter dieser ambulanten Versorgungslücke. Datengrundlage bildet eine Umfrage unter den Krankenkassen.

„Diese Studie zeigt erstmals den Umfang der Versorgungslücke“, meinte der Bremer Gesundheitswissenschaftler und Autor der Studie Prof. Dr. Gerd Glaeske im Bericht. Weder die Bestimmungen nach SGB V noch Pflegeleistungen nach SGB IX kämen in diesen Fällen zum Tragen. „Hier haben wir den Eindruck, dass der Gesetzgeber diese Menschen tatsächlich im Stich lässt. Es gibt keine Regelung, die die Krankenkassen verpflichtet, hier auch Hilfe anzubieten“, so der Professor. Laut Umfrage bieten 60 Prozent der Kassen auch keine freiwilligen Zusatzleistungen an. Werden diese angeboten, seien sie allerdings von Kasse zu Kasse unterschiedlich und so wäre der Patient auch im Fall der Absicherung von der Beurteilung der jeweiligen Versicherung abhängig. Die Patienten brauchen nach Meinung des Gesundheitswissenschaftlers allerdings „wirklich klare Regelungen für eine Unterstützung, damit sie nicht im Ermessensentscheid sind und damit sie nicht auf das Wohl und Wehe der Kassen angewiesen sind“.

Auch Caritas, Diakonie und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sind sich einig, dass die Gesetzeslücke geschlossen werden muss. „Wir müssen dafür sorgen, dass das Krankenversicherungsgesetz an dieser Stelle angepasst wird, zum Wohl und zum Schutz der Patienten“, meinte Dieter Lang, Referent Team Pflege des vzbv. Auch das Krankenhausstrukturgesetz würde keine Passage bieten, um hier Abhilfe zu schaffen. „Es besteht erheblicher Handlungsbedarf. Immer mehr Menschen haben diesen Hilfebedarf. Sie kommen nach einer Operation nach Hause, können ihren Haushalt nicht selbst versorgen, können nicht einkaufen gehen, können sich nicht waschen und anziehen, haben grundpflegerischen Bedarf. Das kann so nicht weitergehen“, lautete der deutliche Appell an die Politik.

 

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