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Diabetisches Fußsyndrom: Spezialstrumpf hilft, Druckgeschwüre zu vermeiden

Ein spezieller Strumpf soll Diabetikern dabei helfen, hohe Belastungen, die zu Druckgeschwüren führen können, frühzeitig zu erkennen. Integrierte Mikrosensoren übernehmen die Arbeit, die im gesunden Fuß von den Nerven verrichtet wird. Die Forscher des Fraunhofer-Instituts stellten einen Prototyp im Mai 2015 auf der Messe Sensor+Test vor.

Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, leiden häufig an Durchblutungsstörungen und Störungen der Nerven. Dies geht mit einer Veränderung des Schmerzempfindens einher. Die Folge: Ungesunde Belastungen oder Temperatursignale werden nicht bemerkt und es können Wunden und Geschwüre entstehen. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC in Würzburg haben mit der Untersützung von Industriepartnern und Kollegen des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltung ISS in Erlangen nun einen Spezialstrumpf entwickelt, der die Druckverteilung am Fuß messen kann. Dies übernehmen 40 sehr dünne, dielektrische Elastomersensoren. „Bisherige Systeme sind als Einlegesohlen auf dem Markt und messen nur die Druckverteilung an der Unterseite des Fußes“, erklärt Dr. Bernhard Brunner, Wissenschaftler am ISC. „Unsere Sensoren sind an der Strumpfsohle, der Ferse, dem Fußspann und dem Knöchel angebracht und zeichnen die Signale daher dreidimensional auf.“

Die mit Elektroden versehene Silikonfolie, die aus den Sensoren besteht, reagiert auf Druck oder Dehnung. Die Messergebnisse wird an eine drahtlose Elektronik geschickt, welche die Daten dann auf das Smartphone oder das Tablet überträgt. Während die Sensoren waschbar sind, muss für die Elektronik noch eine Lösung gefunden werden. „Beim derzeitigen Prototyp ist die Elektronik noch am Strumpfende befestigt. Geplant ist, sie in einem kleinen knopfgroßen Gehäuse unterzubringen, das sich etwa durch einen Klettverschluss abnehmen lässt“, meint Brunner. Die Sensorik ist umgeben von zwei Lagen Mischgewebe aus Baumwolle und Kunstfaser. Wichtig ist ein hoher Tragekomfort, daher ist der Strumpf atmungsaktiv und feuchteregulierend. „Schließlich sollen Betroffene den Strumpf täglich tragen können“, erläutert der Forscher.

Auch der Preis ist erschwinglich: Der Spezialstrumpf soll rund 250 Euro kosten.

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